Willkommen, September — Zeit der Veränderung

Der Zug von Gleis 9¾ zur berühmten Zauberschule fährt morgen wie jedes Jahr ab, und das bedeutet: Der September ist da!

Die Sommerferien sind vorbei, viele kehren in ihren Alltag zurück und irgendwie beginnt ein neuer Abschnitt, obwohl das Kalenderjahr noch lange nicht zu Ende ist.

Vielleicht geht es dir ähnlich.

Zwischen Sommer und Herbst

Ich mag den September.

Nicht, weil der Sommer vorbei ist. Ganz im Gegenteil. Oft schenkt er uns noch warme Tage, goldenes Licht und laue Abende. Aber gleichzeitig verändert sich etwas.

Die Sonne steht etwas tiefer. Am Morgen ist es deutlich kühler. Die Natur wird langsamer.

Und vielleicht dürfen auch wir etwas langsamer werden.

Während der Frühling nach Wachstum ruft und der Sommer voller Aktivität steckt, erinnert mich der September jedes Jahr daran, dass vor dem Stillstand des Winters, jetzt die perfekte Zeit ist, für Genuss.

Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen

Viele spirituelle Traditionen sehen den September als Monat der Ernte.

Nicht nur auf den Feldern. Auch in unserem eigenen Leben.

Welche Samen hast du in den vergangenen Monaten gesät? Welche Ideen sind gewachsen? Welche Beziehungen haben sich vertieft? Und welche Dinge dürfen vielleicht langsam losgelassen werden?

Ich finde diese Vorstellung sehr schön. Denn sie erinnert mich daran, dass Wachstum nicht immer sofort sichtbar ist.

Manches braucht Monate. Manches sogar Jahre.

Der Herbst lädt uns anders ein als der Frühling

Im Januar sprechen alle von grossen Vorsätzen.

Im September fühlt sich Veränderung oft ruhiger an. Falls sie überhaupt wahrgenommen wird…

Vielleicht geht es gar nicht darum, dein ganzes Leben umzukrempeln. Vielleicht genügt eine kleine neue Gewohnheit.

Ein Abendspaziergang. Ein Buch, das schon lange auf dich wartet. Ein paar Minuten Meditation.

Oder einfach die Entscheidung, dir selbst wieder etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Natur macht es uns vor

Wenn ich draussen unterwegs bin, fällt mir jedes Jahr auf, wie selbstverständlich die Natur Veränderungen annimmt.

Kein Baum versucht verzweifelt, den Sommer festzuhalten. Kein Vogel ärgert sich darüber, dass die Tage kürzer werden.

Alles verändert sich.

Nicht aus Widerstand. Sondern weil es Teil des natürlichen Rhythmus ist.

Vielleicht dürfen auch wir uns daran erinnern. Nicht jede Veränderung bedeutet Verlust. Manche Veränderungen schaffen erst Platz für etwas Neues.

Eine kleine Einladung für den September

Wenn du magst, nimm dir in den nächsten Tagen einmal zehn ruhige Minuten. Vielleicht mit einer Tasse Tee. Vielleicht draussen in der Natur.

Und stelle dir nur diese drei Fragen:

«Was möchte ich aus diesem Sommer mitnehmen?»

«Was darf ich hinter mir lassen?»

«Wie möchte ich mich fühlen, wenn der Herbst beginnt?»

Du musst nicht sofort Antworten finden. Manchmal genügt es schon, die Fragen mitzunehmen.

Zum Schluss

Ich wünsche dir, dass der September für dich kein Abschied vom Sommer wird, sondern ein sanfter Übergang.

Ein Monat, in dem du die letzten warmen Sonnenstrahlen bewusst geniesst.

Ein Monat, in dem du dich nicht von der Hektik des Alltags mitreissen lässt.

Und ein Monat, in dem du erkennst, dass jeder Neubeginn nicht laut sein muss.

Alles Liebe,
Ursula

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