Wenn die Trauer schon vor dem Abschied beginnt

Wenn ein geliebtes Tier älter wird, verändert sich vieles. Die Spaziergänge werden kürzer, die Katze isst weniger und irgendwann gehören auch regelmässige Tierarztbesuche und Medikamente zum Alltag. Dann kommt irgendwann dieser Gedanke: «Wie lange habe ich noch mit meinem Tier?»

Damit kann eine Form der Trauer beginnen, die bereits vor dem eigentlichen Abschied entsteht. Ich nenne sie vorweggenommene Trauer. Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Man freut sich über jeden guten Tag und gleichzeitig weiss man, dass die gemeinsame Zeit begrenzt ist. Gerade bei Tieren, die uns über viele Jahre begleitet haben, kann dieser Gedanke sehr schwer werden.

Es gehört wohl zu den schmerzhaftesten Seiten des Menschseins, dass wir nicht nur wissen, dass unsere eigene Zeit auf dieser Erde begrenzt ist, sondern auch, dass unsere tierischen Begleiter nicht für immer bei uns sein werden.

Trauer zeigt sich nicht immer in Tränen

Diese spezielle Art von Trauer kann ganz unterschiedlich aussehen. Man macht sich mehr Sorgen, beobachtet sein Tier genauer oder bekommt Angst, wenn es einmal weniger frisst oder ungewöhnlich ruhig ist. Manchmal ist man auch einfach erschöpft von der ständigen Sorge. Und dann kommt schnell ein schlechtes Gewissen dazu.

Vielleicht war man an einem schwierigen Tag einmal ungeduldig. Vielleicht fehlt einem manchmal die Kraft, obwohl man sein Tier über alles liebt. Auch solche Gefühle gehören dazu. Wir dürfen traurig, besorgt und manchmal auch überfordert sein.

Gerade deshalb finde ich es wichtig, sich selbst nicht zusätzlich unter Druck zu setzen.

Die gemeinsame Zeit bewusst erleben

Wenn ein Tier älter wird, kann es helfen, sich immer wieder daran zu erinnern, dass die gemeinsame Zeit noch da ist. Ja, unser Tier wird älter und, so hart es auch ist, näher am körperlichen Abschied als früher.

Wir können (und sollen) aber die kleinen Dinge geniessen, die zu unserem Alltag gehören: den gemeinsamen Spaziergang, das Kuscheln auf dem Sofa oder einfach wie schön schräg es jault, wenn das Abendessen um 10 Minuten nach hinten verschoben wird.

Natürlich bleibt die Angst vor dem Abschied. Aber sie muss nicht jeden schönen Moment überschatten. Das darf nicht überhand nehmen, ansonsten verpassen wir die schöne Zeit die wir haben, für ein Problem der Zukunft.

Aus persönlicher Erfahrung, weiss ich wie schön es ist, Fotos und insbesondere Videos vom Tier zu haben. Die schönen Momente aufnehmen, können einem ein gutes Gefühl für die Zukunft geben, wenn uns diese spezielle Art von Trauer überfällt.

Wie Tierkommunikation begleiten kann

Auch eine Tierkommunikation kann in dieser Zeit eine Möglichkeit sein, sich bewusst mit seinem Tier zu verbinden.

Dabei können Fragen gestellt werden, die einen gerade beschäftigen. Wie geht es dem Tier mit seinen Veränderungen? Gibt es etwas, das es sich wünscht? Gibt es etwas, das ihm wichtig ist? Auch über den bevorstehenden Abschied kann gesprochen werden, wenn sich das für die Tierhalterin oder den Tierhalter richtig anfühlt.

Tierkommunikation kann natürlich weder das Alter aufhalten noch sagen, wie lange ein Tier noch leben wird. Sie kann aber einen Raum schaffen, um sich noch einmal ganz bewusst auf die Verbindung zum eigenen Tier zu konzentrieren und offene Fragen anzusprechen.

Wenn du gerade mit der vorweggenommenen Trauer um dein Tier kämpfst und dir eine Tierkommunikation vorstellen kannst, darfst du mich gerne dafür buchen. Gemeinsam können wir anschauen, welche Fragen du mitbringst und was du deinem Tier gerne mitteilen möchtest.

Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwer es sein kann, an einen Abschied zu denken, während das geliebte Tier noch mitten im eigenen Leben steht. Deshalb möchte ich dir vor allem eines mitgeben: Versuche, neben der Sorge auch die Zeit wahrzunehmen, die ihr jetzt noch miteinander habt.

Alles Liebe,
Ursula

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