Wenn der Winter schwer wird und die Energie fehlt…was ist da los?

Es ist erst Februar. FEBRUAR.
Sorry fürs Schreien, aber kann mir das mal jemand erklären? Wie kann es erst Februar sein, wenn sich alles so…ausgepowert anfühlt?

Das Jahr ist noch jung, der Kalender noch fast leer. Und trotzdem fühlen sich viele Frauen (nicht nur ich) bereits müde, ausgelaugt oder innerlich schwer. Vielleicht sogar mit einem leisen schlechten Gewissen im Gepäck.

«Es ist doch erst Februar», denken wir. «Ich sollte doch motiviert sein.»

Doch genau dieses «sollte» macht es oft noch schwerer.

Der Februar ist kein Neustart – er ist Übergang

Der Januar steht im Zeichen von Vorsätzen, frischer Energie und neuen Plänen. Vieles davon kommt von aussen. Von Erwartungen, Bildern und dem unausgesprochenen Druck, jetzt loszulegen. Neuanfang. Go Big or Go Home-yeah!

Und dann…Alltag. Da ist er wieder. Alles ist immer noch gleich. Vielleicht mit mehr Gemüse, mehr Spaziergänge oder weniger Schokolade, aber immer noch Alltag. Steuern. Wäsche. Pendeln.

Die anfängliche Aufbruchsstimmung ist verflogen, das Licht fehlt noch immer, der Körper dreht zu auf Sparflamme.

Gerade Frauen spüren das oft sehr deutlich. Viele tragen Verantwortung, denken mit, fühlen voraus, halten Räume. Wir pflegen, helfen, unterstützen. Putzen, organisieren, motivieren. Diese innere Arbeit wird selten gesehen, kostet aber Kraft.

Müdigkeit, oft seelische, ist im Februar normal.

Warum so viele Frauen sich jetzt erschöpft fühlen

  • Der Winter dauert länger als wir denken

  • Der Körper sehnt sich nach Licht und Wärme

  • Emotionale Prozesse laufen im Hintergrund weiter

  • Erwartungen an sich selbst sind oft zu hoch

  • Pausen wurden im Januar nicht wirklich gemacht

Viele Frauen funktionieren lange. Und genau deshalb kommt die Erschöpfung nicht im Dezember, sondern erst später. Wenn der Körper merkt, dass niemand sonst auf die Bremse tritt.

Rückzug ist keine Kapitulation

Unsere Gesellschaft feiert Durchhalten, Weitermachen und «positiv bleiben». Doch Rückzug kann auch Fürsorge sein.
Nicht jeder Wintertag ist dafür da, etwas zu leisten. Manche sind einfach da, um gespürt zu werden. Das Minimum was von einem erwartet wird, zu tun. Und dann, abschalten. Zurück treten. Durchatmen.

Wenn du im Februar langsamer bist, heisst das nicht, dass du versagt hast. Es heisst, dass du fühlst. Dir Raum gibst für das, was da noch kommt. Und sich bewusst ist, das Neujahrshype nicht bedeutet, dass der Alltag plötzlich wegfällt..

Eine sanfte Einladung

Vielleicht ist dieser Februar nicht dafür da, das Neue weiter zu tragen. Bäume auszureissen. Oder das Leben auf den Kopf zu stellen.
Vielleicht ist er dafür da, ehrlich hinzuschauen:

  • Wo bin ich müde

  • Was trage ich schon zu lange

  • Was darf leichter werden

Nicht alles muss jetzt gelöst werden. Manches reicht es, anzuerkennen. Ja, mehr Gemüse oder Spaziergänge sind super.
Aber zu erkennen, warum man müde ist, kann genauso Veränderungen bringen.

Zum Schluss

Wenn sich dieser Winter schwer anfühlt, bist du nicht allein.

Manchmal ist das Mutigste, was wir tun können, nicht weiterzumachen, sondern stehenzubleiben und uns selbst ernst zu nehmen.

Ursula

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