Hörst du deinem Tier genug zu?

Am 4. Oktober war Welttierschutztag. Da scheint es mir angemessen, das wir uns heute über unsere tierischen Familienmitglieder unterhalten.

Unsere Tiere kommunizieren ständig mit uns

Wenn wir von Tierkommunikation sprechen, denken viele wahrscheinlich zuerst daran, dass ein Tierkommunikator seinem Gegenüber Fragen stellt und anschliessend Antworten erhält. Für mich gehört aber noch etwas anderes ganz wesentlich dazu: überhaupt erst einmal bereit zu sein, dem Tier zuzuhören. Auch ganz unabhängig von Tierkommunikation können wir lernen, die Körpersprache unserer Tiere besser zu verstehen.

Tiere zeigen über ihre Haltung, ihre Bewegungen, ihre Ohren, ihren Schwanz, ihren Blick oder ihr Verhalten, wie sie sich in einer bestimmten Situation fühlen können. Dabei ist allerdings immer der Zusammenhang wichtig. Ein wedelnder Hund ist nicht automatisch glücklich und eine Katze, die sich auf den Rücken legt, möchte nicht zwangsläufig am Bauch gestreichelt werden. Körpersprache ist individuell und muss immer gemeinsam mit der jeweiligen Situation betrachtet werden.

Wenn wir genauer hinschauen

Ich erlebe immer wieder, dass Menschen bereits sehr viel über ihr Tier wissen, ohne sich dessen unbedingt bewusst zu sein. Sie kennen seine Eigenheiten, wissen, wann es einen schlechten Tag hat, erkennen den Blick, mit dem es um ein Leckerli bittet, und merken sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Gerade deshalb kann es spannend sein, einmal einen Schritt weiterzugehen.

Was passiert, wenn ich nicht nur frage: «Was macht mein Tier gerade?», sondern auch: «Was könnte es mir damit mitteilen wollen?»

Das kann im ganz normalen Alltag beginnen. Vielleicht möchte ein Hund bei einem bestimmten Spazierweg plötzlich nicht mehr weiter. Vielleicht möchte eine Katze zum Morgengruss hochgehoben werden.

Wir werden dies nur merken können, wenn wir unserem Tier genügen Aufmerksamkeit schenken und uns selbst gegenüber offen sind, das Tier zu verstehen.

Und manchmal ist genau das der Punkt, an dem Tierkommunikation eine Möglichkeit sein kann, sich dem Tier auf eine andere Weise zuzuwenden.

Wir müssen nicht jede Antwort kennen

Ich finde es wichtig, bei all dem aber trotzdem mit beiden Füssen auf dem Boden zu bleiben.

Tierkommunikation kann aus meiner Sicht eine wertvolle Möglichkeit sein, sich einem Tier anders anzunähern und seine Perspektive besser kennenzulernen. Sie ersetzt aber keine tierärztliche Untersuchung und keine fachkundige Verhaltensberatung. Wenn sich ein Tier plötzlich anders verhält, Schmerzen haben könnte, nicht frisst oder andere gesundheitliche oder deutliche Verhaltensveränderungen zeigt, sollte immer zuerst abgeklärt werden, ob eine medizinische Ursache dahintersteckt. Stress und Angst können sich bei Tieren ebenfalls auf ganz unterschiedliche Weise zeigen.

Tierkommunikation bedeutet nicht, dass ich auf jede Frage eine eindeutige Antwort bekomme. Aber oft ist es der Fall, dass wir Infos erhalten, die wir vorher nicht hatten.

Tiere schützen, wo wir können

Als Abschluss möchte ich natürlich allen nahelegen, Tiere zu schützen. Und zwar nicht nur unsere eigenen.

Ob das jetzt eine vegane Ernährung ist, oder das nächste Mal wenn man einen Igel am Strassenrand sieht, diesen sorgfältig ins Dickicht in Sicherheit zu bringen, ist allen selbst überlassen. Und auch wenn nicht alle Tiere ein warmes und sicheres Zuhause haben, können wir doch dazu beitragen, sie mit Respekt und Empathie zu behandeln.

Alles Liebe,
Ursula

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