Wenn Vorsätze leise zerbrechen und warum das völlig in Ordnung ist!

Wer hatte auch Vorsätze, die jetzt schon gescheitert sind? Bitte sagt mir nicht ich bin die einzige… Naja, ob du “gescheitert” bist oder nicht, viele Menschen machen sich fürs neue Jahr Vorsätze.

Jeden zweiten Tag eine Stunde Sport. Mit dem Rauchen aufhören…zum dritten Mal. Nicht mehr so schnell die Geduld verlieren. Oder endlich die Finger vom 22.00 Uhr Snack lassen, der den TV-Abend erst richtig gemütlich macht.

Aber jetzt ist es Mitte Januar und es ist bereits klar: der 1. Januar ist vorbei und die Motivation irgendwo in der Südsee. Klar, da wäre man auch gerne, aber man ist hier…irgendwo im grauen, kalten Alltag.

Wenn das so ist, möchte ich dir als Erstes eines sagen: Du bist nicht allein. Und du bist nicht gescheitert.

Warum Neujahrsvorsätze so oft nicht tragen

Der Jahreswechsel hat eine starke Symbolik. Ein neues Jahr, eine leere Seite, ein Neubeginn. New Year, New Me sagen sie im Englischen, doch dieser Moment ist oft mehr äusserer Druck als echte innere Bewegung. Wir nehmen uns Dinge vor, weil „man das jetzt so macht“. Weil überall von Motivation, Disziplin und Veränderung gesprochen wird. Und Hoffnung. Hoffnung, dass das neue Jahr mit all seinen Möglichkeiten, endlich ein besseres wird.

Doch Motivation, die nur aus dem Kalender entsteht, ist selten nachhaltig. Der Alltag kehrt zurück. Die Müdigkeit auch. Alte Muster melden sich. Und plötzlich fühlt sich der Vorsatz schwer an…wie etwas, das man erfüllen muss, statt etwas, das wachsen darf.

Der Druck, alles richtig zu machen

Was Neujahrsvorsätze oft unterschätzen: Veränderung braucht mehr als Willen. Sie braucht Verbindung. Zu dir selbst. Zu deinem Warum. Zu dem, was dich wirklich bewegt – nicht zu dem, was du „solltest“.

Der Druck eines neuen Jahres kann sogar das Gegenteil bewirken. Er erzeugt Enge statt Offenheit. Und wenn wir uns dann nicht daran halten können, entsteht schnell Scham. Oder das Gefühl, wieder einmal versagt zu haben.

Doch vielleicht war der Vorsatz einfach nicht aus dir heraus geboren.

Innere Motivation kennt kein Datum

Echte Motivation ist leise. Sie kommt meistens NICHT am 1. Januar.

Oft kommt sie, wenn einem beim Enkelkind nachrennen die Puste schon nach kurzer Zeit ausgeht. Oder man für die lebenslang gewünschte Safari in Südafrika mobil genug sein möchte, ohne Hilfe ins Rangerfahrzeug einzusteigen.

Innere Motivation entsteht dort, wo die Freude der veränderten Zukunft den Schmerz der Veränderung übertrifft. Und diese Bereitschaft lässt sich nicht erzwingen.

Du darfst dir erlauben, neu zu beginnen – auch am 14. Januar. Oder am 3. März. Oder mitten im Sommer.

Trost für alle, die ihre Vorsätze losgelassen haben

Wenn du merkst, dass deine Vorsätze bereits verblasst sind, dann nimm das bitte nicht als Niederlage. Vielleicht war es einfach nicht der richtige Weg von Heute auf Morgen nicht mehr zu rauchen. Vielleicht brauchst du Nikotinkaugummis. Einen Kurs von Allan Carr. Oder die Kinderknete im gelben Becher (zur Beschäftigung der Finger) sowie Zahnstocher (um den Mund zu beschäftigen). (So hat meine Tochter mit dem Rauchen aufgehört. Kling komisch, hat aber funktioniert!)

Du darfst sanfter mit dir sein. Perfektion ist kontraproduktiv, wenn du dein Leben verändern willst. Denn sobald Perfektion die Fliege macht, haben wir das Gefühl es lohnt sich nicht mehr. Dabei ist kontinuierliches probieren immer erfolgreicher.

Vielleicht ist das Wichtigste, was du dir zu Beginn dieses Jahres schenken kannst, nicht ein weiterer Vorsatz, sondern Erlaubnis. Die Erlaubnis, dich nicht zu überfordern. Und die Erlaubnis, jederzeit neu anzufangen.

Nicht perfekt. Sondern echt.

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