Tarot: Major und Minor Arcana erklärt

Im April habe ich hier im Blog über die vier Elemente im Tarot geschrieben – Feuer, Wasser, Luft und Erde – und wie sie sich in den Karten widerspiegeln.

Wenn man sich ein wenig tiefer mit Tarot beschäftigt, kommt früher oder später eine andere Frage auf: Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen den sogenannten Major Arcana und den Minor Arcana?

Und noch wichtiger:
Warum braucht es überhaupt beide?

Zwei Ebenen – ein Zusammenspiel

Ein Tarot-Deck besteht grundsätzlich aus zwei Teilen:

– den Major Arcana (der grossen Arkana)
– den Minor Arcana (der kleinen Arkana)

Beide gehören zusammen. Und beide erzählen eine Geschichte – einfach auf unterschiedlichen Ebenen.

Ich erkläre es meinen Klientinnen oft so:

Die grosse Arkana zeigt dir die grossen Themen in deinem Leben: wichtige Lektionen, seelisches Wachstum und einschneidende Ereignisse.
Diese Karten weisen auf die übergeordneten Themen hin, die sich auf deinem Lebensweg entfalten.

Die kleine Arkana fängt den Alltag ein: Emotionen, Herausforderungen, Entscheidungen und Dynamiken, die deine unmittelbare Realität prägen.

Während die grosse Arkana dein Leben grob skizziert, fügt die kleine Arkana Details hinzu und bringt Tiefe.

Die Major Arcana – die grossen Lebensstationen

Die Major Arcana bestehen aus 22 Karten – vielleicht kennst du einige davon:

Der Narr.
Die Hohepriesterin.
Der Tod.
Die Welt.

Diese Karten sind nicht zufällig so bekannt.

Sie stehen für grundlegende Lebensprozesse, innere Entwicklungen und Wendepunkte. Oft tauchen sie genau dann auf, wenn es um Themen geht, die man nicht einfach ignorieren oder umgehen kann.

Wenn in einer Legung viele dieser Karten erscheinen, ist das oft ein Hinweis darauf, dass es in deinem Leben gerade Hoch hergeht und vieles im Umbruch steht (oder in naher Zukunft stehen wird).

Die Minor Arcana – das echte Leben

Die Minor Arcana bestehen aus 56 Karten und sind in vier Bereiche unterteilt – genau die vier Elemente, über die ich im April geschrieben habe.

– Stäbe (Feuer)
– Kelche (Wasser)
– Schwerter (Luft)
– Münzen (Erde)

Diese Karten sind näher am Alltag.

Sie zeigen Situationen, Gedanken, Emotionen und Dynamiken, die wir oft sehr konkret erleben.

Zum Beispiel:

– Gespräche, die nicht rund laufen
– emotionale Höhen und Tiefen
– praktische Entscheidungen
– zwischenmenschliche Spannungen

Wenn die Major Arcana die «grossen Kapitel» sind, dann sind die Minor Arcana die einzelnen Seiten dazwischen.

Warum beides wichtig ist

Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen sich mehr auf die grossen Karten fokussieren, weil sie eindrücklicher wirken.

Aber ehrlich gesagt: Ohne die kleinen Karten fehlt oft der Zusammenhang.

Die Major Arcana zeigen dir vielleicht, dass du in einer Phase der Veränderung bist.

Die Minor Arcana zeigen dir, wo genau diese Veränderung gerade sichtbar wird.

Du könntest natürlich ein Buch nur mit den Kapiteltiteln lesen, aber dann würden dir der Tiefgang der Geschichte fehlen!

Mein persönlicher Blick darauf

Für mich sind die Major und Minor Arcana kein «entweder/oder».

Sie gehören zusammen – wie Innenwelt und Aussenwelt. Wie Überschrift und Inhalt.

Die grossen Karten geben Überblick.
Die kleinen Karten geben Kontext.

Und genau darin liegt die Stärke einer guten Legung.

Sie zeigt nicht nur, was gerade passiert. Sondern auch, warum es passiert – und wie es sich in deinem Leben zeigt.

Zum Schluss

Wenn du dich mit Tarot beschäftigst, lohnt es sich, beide Ebenen bewusst wahrzunehmen.

Nicht nur die grossen, beeindruckenden Karten.
Sondern auch die leisen, alltäglichen Hinweise.

Oft liegt genau dort die eigentliche Klarheit.

Alles Liebe
Ursula

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