Einsamkeit während der Festtage – und warum du damit nicht alleine bist
Die Advents- und Weihnachtszeit wird oft als die glücklichste Zeit des Jahres dargestellt: funkelnde Lichter, strahlende Familien, fröhliche Begegnungen. Doch die Realität vieler Menschen sieht anders aus. Und vielleicht spürst du es auch: diese leise Schwere, eine Angst vor den kommenden Tagen oder sogar eine Abneigung gegen all die Erwartungen, die in der Luft liegen.
Wenn du dich so fühlst, möchte ich dir heute etwas sehr Wichtiges sagen:
Du bist vollkommen in Ordnung. Und du bist damit nicht alleine.
Wenn die Festtage weh tun
Gerade jetzt, wo “Zusammenkommen” überall gefeiert wird, kann Einsamkeit besonders laut sein. Vielleicht fehlt dir ein geliebter Mensch. Oder ein Tier, das früher immer an deiner Seite war. Vielleicht bist du dieses Jahr das erste Mal alleine. Vielleicht bist du schon lange allein – und die Welt rundherum scheint plötzlich nur noch lauter zu sagen: “So sollte es aber nicht sein…Was ist denn bitte falsch mit dir?”
Doch es gibt kein “so sollte es sein”. Es ist nichts falsch mit dir, wenn du diese Tage alleine verbringst.
Es gibt nur deinen Weg – und der ist gültig, egal wie er aussieht. Auch wenn du dir wünschtest, er sähe anders aus.
Menschen und Tiere, die wir vermissen
Diese Jahreszeit hat eine besondere Art, alte Sehnsüchte und stillen Schmerz wachzurufen.
Gerade Tiere, die uns begleitet haben, fehlen oft auf eine Weise, die kaum jemand versteht. Sie hatten ihre eigenen Rituale, ihre eigenen Plätze, ihre eigenen kleinen Gewohnheiten – und all das erinnert uns daran, dass sie nicht mehr da sind.
Auch Menschen, die gegangen sind, fühlen sich in dieser Zeit näher an.
Das Herz erinnert sich an ihre Stimmen, ihre Gesten, an gemeinsame Momente.
Und genau das zeigt:
Liebe hat keinen Kalender.
Sie endet nicht, nur weil jemand nicht mehr körperlich hier ist.
Es ist okay, an Weihnachten allein zu sein – gewollt oder ungewollt
Ich höre oft von Menschen, dass sie sich schämen, die Festtage allein zu verbringen. Als wäre das ein persönliches Versagen. Aber das stimmt nicht.
Alleine zu sein – ob freiwillig oder unfreiwillig – sagt nichts über deinen Wert aus.
Manchmal ist es sogar das Liebste und Heilsamste, was man tun kann. Abstand. Grenzen. Ungeteilte Aufmerksamkeit. Für dich.
Wenn du bewusst wählst, diesen Tag in Ruhe, Stille oder Rückzug zu verbringen, dann ist das genauso richtig wie ein grosses Familienessen.
Und wenn du nicht alleine sein möchtest, gibt es Wege:
Du könntest…
eine Kirche oder einen offenen Gottesdienst besuchen, unabhängig von deiner spirituellen Ausrichtung – Kirchen sind über die Feiertage oft für alle da.
eine Einrichtung besuchen, die ein offenes Weihnachtsessen oder Begegnungsräume anbietet.
Freiwilligenarbeit leisten, z. B. in einem Tierheim, einer sozialen Organisation oder einem Altersheim.
Viele Menschen dort freuen sich unglaublich über Gesellschaft – und dein Herz vielleicht auch.
Manchmal tut es gut, nicht wegen sich selbst unter Menschen zu sein, sondern um jemand anderem einen Lichtmoment zu schenken.
Du bist getragen – mehr, als du denkst
Ich möchte diesen Beitrag mit etwas schliessen, das ich zutiefst glaube und in meiner Arbeit immer wieder erlebe:
Wir sind nie wirklich alleine.
Nicht in den dunkelsten Nächten, nicht in den stillsten Momenten.
All die Menschen und Tiere, die wir geliebt haben, sind auf ihre Weise noch bei uns – als Erinnerung, als Gefühl, als Begleitung.
Ihre Liebe lebt in uns weiter, und manchmal spürt man das in dieser Jahreszeit deutlicher denn je.
Wenn dich die kommenden Tage herausfordern oder du Unterstützung brauchst, bin ich gerne für dich da.
Melde dich jederzeit über meine Kontaktseite.
Du musst diese Zeit nicht alleine durchstehen.
Nicht in diesem Leben – und nicht in deinem Herzen.